Spielarten der Capoeira

In der Capoeira gibt es verschiedene Spielarten die durch die "Toques" (Berimbau-Rythmen) vorgegeben werden. Wie viel Wert auf eine Spielart gelegt wird, ist von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich. Hier nun eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Spielarten.

 

Angola

ist Capoeira in seiner traditionellsten und ursprünglichsten Form. Der Rythmus ist vergleichsweise langsam, die Spieler spielen sehr expressiv, mit viel Gestik und meist sehr eng und tief am Boden. Die Spiele sind lang und erfordern enorme Konzentration und höchste Geschicklichkeit. Die "Malicia", Schlitzohrigkeit und Schlauheit sind essentiell. Nur bei diesem Toque wird eine Chamada als Spiel-im-Spiel-Einlage eingesetzt. Beim Angola-Toque wird nicht geklatscht.

 

São Bento Grande de Angola

Dieser kann sowohl langsam als auch schnell gespielt werden, das Spiel ist verspielt bis kämpferisch, akrobatische Einlagen sind erwünscht, aber nicht Pflicht.

 

São Bento Grande de Bimba

Schneller, kraftvoller Toque. Das Spiel ist schnell und athletisch. Alle Arten von Tritten und Akrobatik sind erlaubt.

 

São Bento Pequeno

Dies ist eine reduzierte Version des São Bento Grande. Das Spiel hierzu ist freundlich, ohne gerade Tritte und Rasteiras und mit einem besonderen Augenmerk auf flüssige und runde Spielweise.

  

Benguela

ist eine Spielart indem sich die Capoeiristas gegenseitig austesten. Man spielt sehr eng, mit teils sehr komplizierten Bewegungsabläufen. Das Spiel ist flüssiger und erlaubt auch Akrobatik, allerdings keine Luftakrobatik. Es bleibt trotzdem ein Spiel am Boden, wenig Rasteiras und wenig direkte Tritte, die auf den Gegner abzielen.

 

Iúna

ist eine Vogelart, und der gleichnamige Toque bezeichnet ein Spiel, an dem nur graduierte Capoeiristas teilnehmen dürfen. Dieser wurde als erstes in der Capoeira Regional nach Bimba praktiziert. Es ist sehr akrobatisch, nicht kämpferisch und besitzt als Charakteristikum die so genannten „cintura desprezada“-Bewegungen – eine Innovation, die auf Mestre Bimba zurückgeht. Als weitere Variante kann der Iuna-Toque zum Gedenken an verstorbene Capoeiristas gespielt werden. Im Gegensatz zu den vorgenannten Toques wird beim Iuna nicht gesungen.

 

 

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